FunkhausDas ORF-Auge war einmal. Es wachte wie ein Adlerauge über das bunte Treiben am Küniglberg. Vielleicht zu genau ...

Jahrzehntelang durfte ich ein aufmerksames Dasein führen, jetzt wurde ich für immer geschlossen - ich, das wachsame ORF-Auge. Ich nahm meine Aufgabe, nämlich einem Adlerauge gleich den Fokus auf das bunte Treiben am Küniglberg zu richten, sehr genau - vielleicht zu genau. Das Treiben wurde von bunt auf rot eingefärbt und zu meinem Leidwesen mußte ich sogar unerbittliche Grabenkämpfe im mehr und mehr nach Links abdriftenden Öffentlich-Rechtlichen mitansehen. Ich blickte quasi in einen tiefroten Abgrund, der mir immer öfter die Schamesröte hochtrieb, bis mir einige Adern platzten und ich blutunterlaufen nur mehr Rot sah. Im Volksmund wurde ich mit der gesamten Mannschaft in einen Topf geworfen und bekam mitunter die schmachvolle Bezeichnung „ORF-Loch“ verpaßt. Während „Schwarze Löcher“ laut Astrophysik für Ordnung im Universum sorgen, waren und sind „Rote Löcher“ in erster Linie mit sich und ihren Machtgelüsten beschäftigt.

Entsorgt

Und so begab es sich, daß die Verantwortlichen zwar die Splitter in den Augen der Anderen aufdeckten, aber den rasch wachsenden Balken im eigenen tunlichst verschwinden lassen wollten. Mein Gesundheitszustand verschlechterte sich angesichts dieser Zustände rapide, ich litt an chronisch geröteter Entzündung und wurde schließlich ganz einfach entsorgt. Mit fast ORF(F)schen Trommelwirbel hob man symbolträchtig einen sogenannten Ziegel (Balken wäre zu verräterisch gewesen!) als neues Logo aus der Taufe und ließ ihn meinen Platz einnehmen. Natürlich mußte es ideologisch korrekt ein roter Ziegel sein und wer sich ein bißchen mehr mit dem Zustand des „Rotfunks“ beschäftigt, erkennt rasch die Symbolkraft dieser Rundumerneuerung. Ziegel dienen zur Errichtung von Mauern und genau das wird in der Rundfunkanstalt bezweckt. Eine Mauer als Zeichen für das Abschotten gegen die „feindliche Außenwelt“, läßt keinen Blick mehr dahinter zu und wird zum unüberwindlichen Hindernis für jeden „Eindringling“. Innerhalb dieser Mauern lassen sich trefflich die gewünschten Fäden ziehen, man ist sich einig, daß man möglichst unter sich bleiben möchte und muß sich von niemandem in die Karten schauen lassen. Man kann ein in sich geschlossenes System aufrechterhalten, zu dem nur „Familienmitglieder“ Zutritt haben und läßt sich das alles auch noch mit Zwangsgebühren finanzieren.

Der rote Ziegel

Genauso stellte sich die „ehrenwerte Gesellschaft“ ihre zukünftige Wirkungsstätte vor. Als die Kritik daran immer lauter wurde und ein machtbewußter Intendant seine Wiederwahl anstrebte, wurde ich überraschend noch einmal reanimiert. Meine Freude darüber war zwar groß, aber nur von kurzer Dauer. Da ich nicht bereit war, mich vor den anhaltend ungeheurlichen Vorgängen in meiner Medienanstalt ständig zuzudrücken und auch nicht auf der linken Seite erblinden wollte, mußte ich neuerlich der geballten linken ORF-Macht weichen. Der rote Ziegel hält die Mauer felsenfest und wenn jetzt noch grünes Gras darüber wächst, entsteht die perfekte Symbiose für die tägliche, einseitige Gehirnwäsche in den Wohnzimmern der Bevölkerung. Da wäre ein Kontrollorgan wie ich diesem Wildwuchs nur hinderlich gewesen, deshalb ging es mir nun als Beobachter sowie Mitwisser des ORF-Klüngels unwiderruflich an den Kragen und ich wurde endgültig begraben. R.I.P

 

fosca (red)

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