Wer wählt, der zählt, heißt’s jedesmal,
denn das sei demokratisch -
doch wer die Wahl hat, hat die Qual,
und da wird’s problematisch:

Die Qualen sind ja offenbar
auch weiterhin im Steigen,
wie allgemein und Jahr für Jahr
die Wählerzahlen zeigen!

Wer schimpft, der kauft – dies schöne Wort
gilt nämlich nicht fürs Wählen,
und viele bleiben heute fort,
obwohl sie laut krakeelen.

Sie wissen: Was verlockend klingt,
wird Steuergeld verschlingen,
und wer vorm Wahltag vieles bringt,
wird nachher kaum was bringen.

Noch größer aber ist der Frust
bei den Europa-Wahlen:
Am meisten zählt die Stimme just
in Ländern, die nix zahlen!

Doch hat der Wählerschwund Gewicht?
Na keineswegs, ihr Lieben -
Mandate schwinden nämlich nicht,
sie sind ja festgeschrieben.

Die Kandidaten macht der Trend
im Grund sogar fideler,
denn fürs Mandat genügt am End’
vielleicht ein einzger Wähler!

Das Wahlziel wär’ erst dann verfehlt,
wenn man in Rat und Kammer
sich nicht einmal mehr selber wählt -
fürwahr, das wär’ ein Jammer.

 

Pannonicus alias Dr. Richard G. Kerschhofer

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