Drüsiges SpringkrautDarf ich Sie zu einem kleinen Exkurs in die Botanik einladen: Vor Jahren fand man dort und da vereinzelte Exemplare eines früher bei uns weitgehend unbekannten rosa-weißblühenden Springkrauts, verwandt – wenn auch größer – mit unserem gelbblühenden „Impatiens noli-me-tangere“.

Wer kennt es nicht, das „Rühr‘-mich-nichtan!“. Noch heute drücke ich gerne - wie in der Kindheit - die prallen kleinen Schoten, aus denen die Samen in weitem Bogen herausspringen. Unser heimisches Springkraut blüht immer nur an bestimmten Stellen und es hat auch, wenn es verblüht ist, keinen unangenehmen Geruch.

Heute fuhr ich mit dem Zug die Westbahnstrecke und war sehr erstaunt, bereits riesige Flächen dieser aus Asien  stammenden eingeschleppten fremden Pflanze zu sehen; dieser Neuankömmling trägt den botanischen Namen „Drüsiges Springkraut“. Dieses scheint hierzulande hervorragende Wachstumsbedingungen vorzufinden. Es fühlt sich hier also äußerst wohl und vermehrt sich dadurch explosionsartig. Allerdings verdrängt es bereits „rücksichtslos“ in hohem Maße die angestammten heimischen Pflanzen. Wo dieser Neuzuzug Wurzeln gefaßt hat, gedeiht leider keine heimische Pflanze mehr.

Was also anfangs noch als willkommene „Natürbereicherung“ angesehen werden konnte, entpuppt sich leider als sehr schwer in den Griff zu kriegende Plage. Und obwohl diese eingewanderte hübsch blühende Pflanze eine willkommene Bienenweide darstellt, ist dieser Vorteil klein im Vergleich zu den vielfältigen Nachteilen, die durch die rasante, ungebremste Eroberung immer größer werdender Flächen entsteht; der Verdrängungswettbewerb ist dank der wesentlich größeren Vermehrungsfähigkeit ungleich.

Es hat nun - ursprünglich aus Asien kommend - bereits in wenigen Jahren ganz Europa überzogen. In Skandinavien werden bereits Schulklassen beauftragt, diese alles überwuchernden Pflanzen zur Rettung der heimischen Vegetation auszureißen und zu vernichten. Sollten diese Bemühungen ernsthaft angegangen werden und auch von Erfolg gekrönt sein, müßte man jahrelang konsequent jede Pflanze ausreißen. Tut man dies nicht, werden viele einheimische Pflanzen bald auf der „Roten Liste“ der aussterbenden Pflanzen stehen, denn die Verbreitungsstrategie des asiatischen Springkrauts ist enorm.

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