LiedNach einem grauenhaften Krieg und dem darauffolgenden Zusammenbruch meines Landes ging es um Sein oder Nichtsein. Die leidgeprüfte Bevölkerung entschloß sich für das Sein, wenn auch ziemlich verkleinert, spuckte kräftig in die Hände und machte sich Schritt für Schritt an den mühevollen Wiederaufbau, für den auch ich als Bundeshymne neu kreiert werden mußte.

Voll Freude, daß die Wahl über die Nachfolge meiner majestätischen Vorgängerin auf mich mit meinem wunderschönen, von einer Frau getexteten Wortlaut fiel (für damals eher ungewöhnlich, trotzdem erfolgreich und überhaupt nicht erzwungen!), wurde ich aus der Taufe gehoben und durfte fortan über viele Jahrzehnte bei zahlreichen Anlässen mein Land feierlich in Harmonie und Eintracht vertreten.

Leider kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem linken Genderwahn mit seinen ausufernden Symptomen nicht mehr paßt. Entgegen dem Willen der Bevölkerungsmehrheit - aber selbstverständlich auf deren Steuerkosten - erzwang eine Minderheit die Ergänzung meines  historischen Textes. Man fügte mir auf Biegen und Brechen zu den „Söhnen“ die „Töchter“ hinzu, obwohl ich sie niemals explizit ausgeschlossen habe und außerdem, wie wenn Österreich keine anderen Sorgen hätte.

Holprige Disharmonie

Nach dieser mißlungenen  „Schönheitsoperation“ werde ich seither eher holprig, völlig disharmonisch oder vielleicht gar nicht mehr vorgetragen, was mich immer depressiver macht! Vor allem packt mich blankes Entsetzen, wenn ich daran denke, was die „politisch Korrekten“ womöglich noch  weiter an mir herumdoktern könnten bis hin zur Unkenntlichkeit. Wie lange wird man mir noch das „Vaterland“ lassen oder auch die „Brüderchöre“? Wo wird das enden? Wenn die Linken ihren Siegeszug in dieser Vehemenz fortsetzen, dann wird aus dem „Land der Hämmer“ tatsächlich noch ein „Land der Hämmer und Sicheln“!

Mir droht immer mehr Verunstaltung und wenn das so weitergeht, dann ändere ich freiwillig in einem Anfall von Selbsterkenntnis mein „Land der Dome“ in „Land der kranken Sympt(d)ome“, wobei die Rechtschreibung nach diversen Reformen sowie in Zeiten der Gesamtschule längst keine Rolle mehr spielt!

Besonders trifft mich auch die totale Ungerechtigkeit, daß sich die linken Weltverbesserer bzw. Klassenkämpfer zuerst an mir erproben und ihre eigenen  Arbeiterlieder weiterhin unangetastet lassen. Denn dort heißt es am Beginn noch immer „Brüder zur Sonne“ - auch in der Folge werden nur die Brüder ganz ohne Schwestern genannt und niemand von den „TschenderistInnen“ scheint sich daran zu stoßen. Schließlich müßten diese Wichtigtuer doch zuallererst in den eigenen Reihen für politisch korrekte Ordnung sorgen und nicht die übrige Gesellschaft mit ihrer krausen Ideologie zwangsbeglücken, oder?

Rache ist süß

Sollte sich niemand meiner erbarmen und diesem Unfug ein rasches Ende bereiten, werde ich in Zukunft bei jedem Anlaß aus Protest die alte Kaiserhymne mitsummen, weil Text und Melodie sowieso nicht mehr übereinstimmen müssen und Rache immer noch am süßesten schmeckt!

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