Wir sind in Europa zu einer Gesellschaft der Retter geworden. Wir retten den Euro, wir retten die EU, wir retten das Friedensprojekt Europa, wir retten die Natur, sogar das Klima retten wir, und schließlich maßen wir uns sogar an, die Welt zu retten.

Da kann einem ganz schwindelig werden bei so vielen Rettungen. Was steckt also dahinter, dass wir uns heute schier unüberschaubarer Rettungsaufgaben gegenübersehen?

Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod

Ich möchte zuerst vorausschicken, dass ich vor Jahren durch ein kleines Büchlein auf die semantischen Verwirrungen unserer mediendiktierten Sprachveränderungen aufmerksam gemacht wurde. Das Büchlein trägt den etwas seltsamen Titel „Der Dativ ist dem Genetiv sein Tod“ und beschreibt in höchst amüsanter Weise wie, und auch warum die deutsche Sprache in den vergangenen Jahrzehnten in ihrer täglichen Anwendung eine Veränderung der Begriffsdeutungen, aber auch der Grammatik, erfahren hat. Der Autor, Bastian Sick, hat mittlerweile drei Nachfolgebücher herausgegeben.

Durch dieses Buch in meiner Sinneswahrnehmung geschärft, nehme ich seitdem Informationen sehr viel kritischer auf, und versuche durch Deutung der verwendeten Sprachbegriffe den Wahrheitsgehalt zu hinterfragen. Und dabei stellt sich heraus, dass, je übertriebener eine Information sprachlich dargestellt wird, ihr Wahrheitsgehalt umso geringer wird! Was hat es also mit den hyperventilierenden Rettungsmeldungen auf sich?

Bevor wir uns den konkreten einzelnen Rettungsthemen zuwenden, müssen wir uns zuerst einmal ein paar allgemeine Fragen stellen: Was ist wovor zu retten? Wie ist der Zustand des Rettungsgegenstandes jetzt, und in welche/n Fluchtburg/Zustand wollen wir ihn retten? Wer rettet, und vor welchem Übeltäter soll er gerettet werden? Was sind unsere  Rettungsmaßnahmen?

Wenn wir uns jetzt die Vielzahl obiger Rettungsthemen vor dem Hintergrund dieser Fragen anschauen, so können wir alle Themen rund um die EU, den Euro und unser Friedensprojekt Europa in einem gemeinsamen Absatz abhandeln. Wovor zu retten ist, kann - trotz politisch verordneter Alternativenlosigkeit - schnell gesagt werden. Vor dem Scheitern einer grandiosen Idee! Der Idee, in einem grenzenlosen Europa der gewachsenen Vielfalt aller verschiedenen Kulturen, mit einer gemeinsamen Währung, ohne wirtschaftliche Barrieren, unter Wahrung der Identitäten und Selbstbestimmungen aller Regionen, zu leben. Der Zustand unserer Idee sagt aber etwas anderes! Wir sind in nicht einmal 15 Jahren, durch sozialistische Nivellierung, exzessive Schuldenpolitik, systematischen Vertragsbruch, aus dem Ruder gelaufenen Geldsystemen, überbordender Bürokratie und Betrug an den Bürgern, an den Rand des finanziellen Ruins gebracht worden. Die Fluchtburg, die am 26. und 27. Oktober ausgehandelt worden ist, führt in eine Transferunion, die in das Gegenteil von regionaler Selbstbestimmung führt, damit auf längere Sicht die kulturelle Vielfalt zerstört und dadurch das Friedensprojekt Europa gefährdet. Muss ich noch auf die weiteren Fragen eingehen?

Sind die Retter die Übeltäter?

Ich kann mich kurz fassen: Retter wollen die sein, die dieses Schlamassel durch jahrelange Wählerbestechung und dadurch ausufernde Schuldenpolitik angerichtet haben. Die ausgemachten Übeltäter sind jene Spekulanten, die durch eine jahrzehntelange falsche Geldpolitik von den Politikern aller Länder erst möglich gemacht worden sind.

Die Rettungsmaßnahmen sind weitere Schulden und weitere Vertragsbrüche. Können wir da Hoffnung auf eine Rettung haben?

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