Wir werden alle älter, die Kosten im Gesundheits- und Sozialwesen explodieren. Das Leben hochbetagter Schwerkranker wird oft für einen fragwürdigen Preis verlängert. Es herrscht Ebbe in der Kasse des Gesundheits- und Sozialwesens.

Klar, Gesundheit kostet. Bezahlt wollen sein Spitäler, Ärzte, Sozialeinrichtungen, Pflegegelder, das Rettungs- und Sanitätstransportwesen und viele andere mehr. Bekannt dürfte auch sein, dass Österreich bezüglich Versorgung mit Spitalsbetten und Infrastruktur des Spitalswesens einen Spitzenplatz nicht nur qualitätsmäßig, sondern auch leider kostenmäßig belegt. Das Geld ist knapp, das wissen alle und trotzdem findet Verschwendung statt.

 

Die Planungskosten für das SMZNord in Floridsdorf werden noch vor der Grundsteinlegung mit mindestens fünfzig Millionen Euro beziffert. Das in Pavillonbauweise errichtete Wilhelminen-Spital soll einem Zentralbau á la AKH weichen. Das derzeitige AKH gilt als unsanierbar und man spricht davon, es in wenigen Jahrzehnten stillzulegen, wobei es fraglich scheint, ob dieser Komplex so ohne weiteres wird abgerissen werden können. Während die Psychiatrie im Otto-Wagner-Spital gesperrt werden soll, will man das KH Rudolfstiftung um eine Psychiatrie erweitern.

Teurer und umständlicher scheint es nicht zu gehen.

Seit Jahrzehnten liegt einen Steinwurf vom Standort des geplanten SMZ entfernt das Heeresspital, modernst ausgestattet im Dornröschenschlaf. Ein leichtes wäre es, dieses bei weitem nicht ausgelastete Spital neben dem bereits bestehenden Floridsdorfer Krankenhaus für die Allgemeinheit nutzbar zu machen. Die Engstirnigkeit bei Politikern aller Farben aus Bund und Stadt haben solches bis jetzt erfolgreich verhindert. Das Heeresspital ist nach wie vor nur für Heeresangehörige da.

Die Pavillonbauweise des Wilhelminenspitals ist hinsichtlich Kosten und Effektivität, als auch Patientenfreundlichkeit jedem Zentralbau überlegen. Dies alles kratzt unsere Wiener Gesundheitspolitiker unter der Ägide eines Dr. Häupl recht wenig. Dafür wird der Direktionsposten des Wiener Krankenanstaltsfonds mit monatlich über 20.000 Euro honoriert. Das ist ähnlich gut besoldet wie der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Nicht beherrschbare Kostenexplosionen können ruhig prophezeit werden. Die Neuauflage von AKH-Skandalen scheint in der nächsten Zukunft auf uns zuzukommen. Wie kommt der Bürger dazu?

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