Die rotgrüne Stadtregierung in Wien hat als eine der ersten Großtaten den Weiterbau der S1, das ist die Schließung des Straßenringes um Wien, verschoben. Stattdessen hat man sich den Ausbau des Radwegenetzes auf die Fahnen geschrieben. Das ist ja sehr gut!

Es ist kostengünstiger, da man nur Striche auf bestehende Straßen und Gehwege malen muss, und schon kann man weitere Kilometer feiern. Noch besser ist es, wie zwischen Breitenlee und Neu-Essling geschehen, einen gut 4 Meter breiten Radweg parallel zur Straße zu bauen; einziges Detail, das hier fehlt, sind die Radfahrer, aber das wird schon noch kommen. Wenigstens ist dieses Extrembeispiel noch nicht die Regel. Aber mit den reichlich fließenden Steuergeldern der Radfahrer kann man sich schon ein wenig Luxus leisten, oder habe ich da jetzt einen Trugschluss?

Auch ist man sich im Rathaus ganz sicher, dass die rund 40.000 Bewohner der künftigen „Seestadt Aspern“ alle mit der U-Bahn fahren werden, und aufs Auto gänzlich verzichten werden. Als Beispiel sei hier die „Autofreie Wohnanlage“ in Floridsdorf erwähnt, wo die Bewohner sich vertraglich verpflichtet haben, kein Auto zu besitzen. Täglich kann man hier beobachten, wie die Leute verschämt aus der Anlage in die umliegenden Seitengassen zu ihren Autos wandern.

Aber nun zur Konsequenz der Großtat von Rot/Grün.

Es wird ganz sicher gelingen, die LKW auf den Nord-Süd- und Ost-West-Routen vor den Toren Wiens dazu zu bringen, ihre Lasten auf Fahrräder oder in Schnellbahnen zu verladen, um hier die Umwelt zu schonen, und Radwege wie Öffis effizient zu nutzen. Die Fahrzeuge selbst werden dann über kleine Umwege (etwa Hainburg oder Tulln) um Wien herumgeführt. Möglicherweise wird man aufs Umladen verzichten.

So werden entlang der Südosttangente nahezu paradiesische Zustände entstehen: Die Anrainer werden Tag und Nacht ihre Fenster offenstehen lassen können, die wenigen Autofahrer, die noch immer hier spazieren fahren wollen, werden freie Bahn haben, denn für den Weg von und zur Arbeit benötigt man ja sowieso kein Auto mehr.

Dann ist auch eine Sanierung der A23 (wie in den nächsten Monaten) kein Problem mehr, die restlichen Sturschädeln fahren halt durch die Stadt! Da bietet sich natürlich auch an, zumindest eine Spur der A23 als Radweg auszubauen, die fallweise noch von Bussen und Regierungsfahrzeugen benützt werden darf.

Es könnte aber auch sein, dass meine Vorstellung nicht eintrifft, und der Verkehr auf der A23 nur mehr ein permanenter Stau sein wird, aber Recht geschieht ihnen, den Steuer- und Vignettenzahlern!

Nun noch eine Bitte an die Autofahrer: Denken Sie nicht an den Verkauf Ihres Lustobjektes, denn Ihre Steuergelder werden dringendst benötigt. Daher bitte: Neues Auto kaufen (nach Möglichkeit einen SUV, um eine ordentliche Strafsteuer zu zahlen), nicht fahren, aber das Auto tagsüber laufen lassen, weil der Staat auch die Mineralölsteuer benötigt, eine Autobahnvignette sollte sich jeder Haushalt zulegen, um die ASFINAG beim Abbau der Schulden zu unterstützen. Sie können dann bei jedem Radweg stolz sagen: „Das ist ein Stück von mir!“ Und bei der nächsten Wahl können Sie sich bei Hrn. Häupl und Fr. Vassilakou bedanken!

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