Die 25-prozentige Kursgewinnsteuer, die letztes Jahr beschlossen wurde, sorgt laufend für Diskussionen. Die Banken haben den Verfassungsgerichtshof bemüht, die Wiener Börse beklagt stark sinkende Handelsumsätze, das Finanzministerium überlegt weitere Ausnahmen und einige Spitzenbeamte denken schon an das das Ende dieser Steuer, weil das Steueraufkommen insgesamt zu klein und die Verwaltbarkeit zu umständlich ist.

Von Anfang an war diese Steuer eine konfuse Idee, insbesondere weil sie vor allem jene trifft, die mit Wertpapieren langfristig sparen und sich eine zusätzliche Altersvorsorge aufbauen wollen. Die private Pensionsvorsorge, die geschaffen werden muss, weil das staatliche Umlagesystem systematisch versagt, wird von der österreichischen Bundesregierung faktisch behindert und bestraft.

Zahlreiche Experten befürchteten bereits vor der Einführung der Wertpapier-KESt negative Auswirkungen auf den heimischen Kapitalmarkt und wiesen darauf hin, dass die Eigenkapitalbeschaffung für Unternehmen zusätzlich erschwert wird. Für das Jahr 2011 werden aus der neuen Steuer Einnahmen von 30 Millionen Euro erwartet. Bis 2014 wird dann aber mit einer Vervielfachung der jährlichen Steuereinnahmen auf 250 Millionen Euro gerechnet.

Die werten Verantwortlichen spekulieren also mit einer Aktienrally bzw. damit, dass sich die Aktionärszahl in Österreich nach Einführung dieser zusätzlichen Steuerbelastung überproportional erhöht. Pecunia non olet (Lat.: Geld stinkt nicht).

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