Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist offensichtlich ausreichend Steuergeld vorhanden, um entlang jeder Autobahn Schallschutzmauern zu errichten. Wieso versprach aber ein früherer Verkehrsminister deren Eindämmung?

 

 

Einst hat ein Verkehrsminister versprochen, den Wildwuchs an Schallschutzmauern entlang der Autobahnen einzudämmen. Was aus dem Verkehrsminister wurde, ist bekannt. Was aus der „Eindämmung“ wurde ebenfalls.

Auf der verlängerten Südosttangente und der A5 durch das Weinviertel fährt man ohne Sicht auf die Umgebung, welche recht ansehnlich, weitgehend aber unbewohnt ist. Ich möchte dem ehemaligen Verkehrsminister nicht alleine Schuld geben, denn auf Anfrage bei ASFINAG und ÖAMTC wurde mir mitgeteilt, dass diese „Einschachtelung“ auf eine Initiative des nö. Umweltlandesrates zurückzuführen ist.

Nur, warum Schallschutz wo niemand wohnt? Möchte der Landesrat damit das Wild vor dem Autolärm schützen? Damit ist auch klar, warum der Vekehrsminister das so leicht versprechen konnte: Er war gar nicht zuständig!

Wir geben also Millionen aus, um Hasen und Rehe vor dem Lärm zu schützen. Jene Tiere also, die anderswo in aller Ruhe in unmittelbarer Nähe von Autobahnen äsen, und sich auch bei der Fortpflanzung nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Einen Vogel abgeschossen hat man an der Donauuferautobahn, wo eine besonders teure Wand zwischen Straße und Eisenbahntrasse errichtet wurde. Ob dort die Eisenbahn vor dem Autolärm geschützt werden soll oder umgekehrt, ist unbekannt. Um den Autofahrern ein wenig Abwechslung zu gönnen, hat man nach Korneuburg ein Stück Glas in die Wand eingelassen, um mit einem Bild auf die Burg Kreuzenstein hinzuweisen. Für das Geld der wehrlosen Autofahrer scheint nichts zu teuer und zu dumm zu sein. Im Gegenzug spart man am Straßenbau, um auch den Gegnern des Individualverkehrs in manchen Parteien und Vereinen etwas zu bieten.

Klagen von Tourismusverbänden über rückläufigen Tourismus wegen der schlechteren Sicht auf die Gegend, werden einfach weggewischt. Dafür steht in Großbuchstaben, wo man sich gerade befindet („Salzkammergut“, „Mostviertel“).

Anrainer am Mondsee haben mit Messungen bewiesen, dass nachts der Lärm von der Autobahn stärker zu hören ist als früher. Dazu die ASFINAG: „Das kann nicht sein.“ So einfach ist das in diesem Land.

Ich will keine Vermutungen anstellen, wieweit das geschäftliche Interesse einer Branche mit zeitgeistlichen Vorstellungen korreliert, aber bei Autobahnfahrten durch unser Land muss dieser Verdacht aufkommen. Es wäre hierzulande nicht das erste Mal, dass eine Lobby es schafft, Steuermittel für Unsinn  abzuschöpfen.

Es ist ein weiteres Beispiel, wie verantwortungslos in diesem Land mit Steuergeldern nach dem Motto „Hätt‘ ma‘s net, so tät‘ ma‘s net“ umgegangen wird.

Kurt22 (red)

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